Danke Rudolstadt

In Deutschland gibt es leider momentan eine ganze Reihe von Gewalttaten und Morden durch Flüchtlinge und Migranten. In unseren Heimatländern ist dies schon lange der Fall und wir wissen, wer dort dahintersteckt. Hier in Deutschland ist dies neu und macht den Menschen hier große Angst und Sorgen. Viele glauben, dass dies mit allen Flüchtlingen zusammenhängt. Und einige behaupten dies sogar. Also betrifft es auch uns hier in Rudolstadt.

Wir müssen zeigen, dass uns die Opfer leidtun und wir mit den Angehörigen trauern.
Wir müssen zeigen, dass wir gegen Gewalt sind.

Lasst uns am Samstag gemeinsam mit unseren Freunden von den Neuen Nachbarn demonstrieren.
Lasst uns den Rudolstädtern zeigen, dass wir friedlich sind und mit ihnen gemeinsam gegen Gewalt stehen.

Lasst uns einfach sagen: Danke Rudolstadt.

Wann? Am Samstag, den 30.07.2016 um 10 Uhr an unserem Info-Stand auf dem Marktplatz

Ideen/Infos: heute Abend im Café Babylone oder über Wolle 0176 34461989

Der neue Mann – Festival-Grafiker im Multi-Kulti-Modus

Nicht nur, dass die Grafiker-Mannschaft in ein Ausweich-Quartier umziehen musste, weil der Saal im Stadthaus saniert wird. Wer die „Isola“ besuchte, eine stillgelegte Gründerzeitfabrik, in der die Festival-Dekorationen entstanden, konnte mit einigem Glück Amer bei der Arbeit zusehen.

Amer Al-azaoui ist Anfang 40 und ein irakischer Flüchtling, der – mit rund 200 anderen – in der Gemeinschaftsunterkunft im alten Krankenhaus Rudolstadt wohnt. Als die Vorbereitungen zum Rudolstadt-Festival begannen, fragte Annette Franz von der ehrenamtlichen Initiative Neue Nachbarn Rudolstadt, ob die Gruppe noch zwei Hände gebrauchen könnte. Tags darauf, pünktlich um zehn, stand sie mit ihm in der Tür.

Amer malt, schneidet Schablonen, plottet Texte auf Schilder oder Objekte, schneidet Stoff zu und bedient mit professioneller Rasanz eine der beiden Industrienähmaschinen. Was er eher nicht tut, ist sprechen. Zum einen, weil er nicht des Englischen und noch nicht des Deutschen mächtig ist, zum anderen, weil er ein zurückhaltender Typ ist, mit dem sich aber, nach kurzer Warm-up-Phase, prächtig mit Händen und Füßen kommunizieren lässt. Bei einem Gespräch mit seinem Zimmernachbarn, der schon bemerkenswert gut Deutsch kann, war zu erfahren, dass Amer ausgebildeter Werbedesigner ist und sein Vater in Bagdad eine Industrieschneiderei betrieb. Bei einem Bombenattentat wurde Amer schwer verletzt. Wegen der traumatischen Folgen verließ er den Irak und kam vor 10 Monaten, wie so viele, über die Türkei, Griechenland etc. nach Deutschland und vor einem halben Jahr nach Rudolstadt, wo er bis zur Klärung seines Aufenthaltsstatus zum Nichtstun verdammt ist. Wenigstens konnte er das Café Babylone ausgestalten, das die Helfer von Neue Nachbarn Rudolstadt mit den Flüchtlingen in der Unterkunft einrichteten.

Und nun das Rudolstadt-Festival. Und in seinem Vorfeld Arbeit bis spät in die Nacht. Freilich aber auch zusammensitzen, essen, trinken, reden. Die staunende Truppe erfährt, dass Amer leidenschaftlicher Tänzer ist, Bach und Mozart liebt und die Oud, eine arabische Gitarrenlaute, spielt. Seine hat freilich nicht bis Deutschland durchgehalten.

Was sie am Festival-Wochenende in der sonst eher beschaulichen Stadt erwartete, konnten die neuen Rudolstädter allenfalls ahnen. Gut möglich, dass Amer sich den Kopf zerbrach, wozu das, was er da gerade scheidet, malt oder näht, gut sein soll. Am Wochenende hat er es erfahren. Nicht ausgeschlossen, dass aus dem Fußballfan, der er jetzt schon ist, auch noch ein Fan des Rudolstadt-Festivals wurde.

(Mit freundlicher Genehmigung von Jürgen Wolff, Chefgrafiker)

 

Ali Baba und seine Räuber mitten in Rudolstadt

Für den Nachmittag des 20. Juli 2016 stand für die Kinder aus der GU sowie von ausserhalb eine Märchenaufführung auf dem Plan: Ali Baba und die 40 Räuber als Mitmachtheater. Ulrike Lenz hatte eine kompakte Textvorlage ausgewählt und einen Koffer voller orientalischer Requisiten mitgebracht. Zunächst schien das Wetter einen Strich durch die Planung zu machen: es war einfach viel zu heiß. Aber so nach und nach kamen immer mehr Kinder und Jugendliche in den Club. Und so ließ Ulrike einen orientalischen Markt und die im Fels versteckte Räuberhöhle – die mit dem bekannten Zauberspruch – entstehen.

Nach diesem ersten Durchlauf wurden die Rollen verteilt, und die Darsteller erhielten ihre mitunter sehr kostbaren und schweren Gewänder. Dies alles bei gefühlten 40 Grad im Schatten.

Nun begann das muntere Treiben um den armen Holzhändler Ali Baba, seinen geizigen Bruder Kasim und die nicht ganz vollzähligen 40 Räuber. Spielfreude war bei den Darstellern durchaus zu erkennen – bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Zum großen Finale werden im Original die auf Ali Babas Hof in Tonkrügen versteckten Räuber ja durch die umsichtige Sklavin Morgiana in heißem Öl gebadet. In unserer Fassung durften die Räuber aber ihr Leben behalten, es war ja eh schon heiß genug. Die Räuber mussten aber versprechen, nie wieder in die Stadt zu kommen, in der Ali Baba mit seiner Familie wohnte.

Wie beim richtigen Theater gab es am Schluss auch hier im Club viel Applaus für die Darsteller und für die Regisseurin Ulrike. Und den hatten sich alle redlich verdient.

 

Reinhard Rösch

 

 

Zum Rudolstadt-Festival

Sonderöffnung der Kleiderkammer und Infostand der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“

Seit dem Umzug im Januar in größere Räume in der Marktstraße 1 in Rudolstadt erfreut sich die Kleiderkammer immer größerer Beliebtheit. Die Einrichtung steht seither nicht nur den in Rudolstadt lebenden Flüchtlingen, sondern auch allen bedürftigen Bürgerinnen und  Bürgern unserer Stadt zur  Verfügung. Von ehrenamtlich engagierten Menschen des Initiativkreises „Neue Nachbarn Rudolstadt“ werden an mehreren Terminen in der Woche Kleidung, Schuhe, Hausrat etc. ausgegeben bzw. von großzügigen Spendern entgegen genommen. „Wir danken allen lieben Menschen für die  große  Bereitschaft, ihre Sachspenden an die Kleiderkammer zu geben“, betont Ramona Sperling, die gute Fee der Kleiderkammer.

 

Ramona Sperling war es auch, die die Idee hatte, zum Rudolstadt-Festival die Kleiderkammer zu öffnen. Am Freitag von 15:00 bis 18:00 Uhr und am Festival-Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr steht sie mit ihrem Team für die Annahme und die Ausgabe zur Verfügung. Zu einem Festival der Weltmusik in einer weltoffenen Stadt passen auch weltoffene Menschen. Festival-Besucher, die sich „last minute“ ausstaffieren möchten finden in der Kleiderkammer sicher noch das eine oder andere „tanzfesttaugliche“ Outfit.

 

Am Samstag informieren vor der Kleiderkammer zudem die „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ über ihre Arbeit, ihre Arbeitskreise und über Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mithilfe. Denn nach wie vor werden viele helfende Hände gebraucht, um die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen.  So werden z.B. freundliche Menschen gesucht, die zweimal wöchentlich für 2 bis 3 Stunden das Kleiderkammer-Team oder die Fahrradwerkstatt der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ unterstützen  – wegen der Urlaubszeit besonders auch über die Sommermonate.

 

Auch Sachspenden für die Kleiderkammer werden immer wieder benötigt. Besonders dringend ist aktuell der Bedarf an Kindersitzen (für die Fahrten zu Ärzten, Behörden, ins Theater etc.), Kinderwagen, Buggys, Koffern, Reisetaschen, Töpfen und Pfannen, Geschirr und Besteck, Schulranzen und Schulbedarf.

 

Die ehrenamtlich aktiven Menschen der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ freuen sich über Ihr Interesse und Ihren Besuch (nicht nur) an den Festival-Tagen.

Nathans Weisheiten – Eine Klasse erobert die Bühne – und die Herzen der Flüchtlinge

Die 8. Klasse der Friedrich-Adolf-Richter-Schule in Rudolstadt-Schwarza untersuchte fast ein ganzes Schuljahr lang mit ihrer Klassenleiterin Susanne Arnold und dem Theaterpädagogen Ralf Appelfeller den über 200 Jahre alten Klassiker „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing.

Mit dem Theaterprojekt „Nathans Weisheiten“ setzten sich die 23 Schülerinnen und Schüler mit Fragen und Problemen zu den verschiedenen Religionen, Kulturen und Sprachen auseinander. Zu Beginn der insgesamt fünf Aufführungen wurde das Publikum jeweils um Spenden für Flüchtlinge gebeten. Das eingesammelte Geld wurde im Laufe des Stücks jedoch anderweitig „zweckentfremdet“. Mit dieser Performance sollte der Begriff „Betrug“ verdeutlicht werden – bis zur „Auflösung“ am Ende des Theaterstücks. Denn tatsächlich kam durch die Spenden der beachtliche Betrag von 378,59 Euro zusammen.

Die Schüler der 8. Klasse haben sich dafür entschieden, dieses Geld den „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ zukommen zu lassen. Am 01. Juli 2016 überbrachte der Schüler Georg Rein im Namen seiner Mitschülerinnen und Mitschüler die Spende an den Initiativkreis „Neue Nachbarn Rudolstadt“. Mit dem Geld soll die ehrenamtliche Arbeit mit und für Flüchtlinge in Rudolstadt und Umgebung unterstützt werden.

Die „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ freuen sich sehr über diese großzügige Zuwendung und bedanken sich auch im Namen der Flüchtlinge sehr herzlich für dieses großartige kreative Projekt. Übrigens: Als eine von 10 Schultheatergruppen aus ganz Thüringen präsentierte die Klasse im Juni ihr Stück beim Festival der Thüringer Schultheatertage in Erfurt. Gleichzeitig erhielt die Gruppe den Schultheater-Förderpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Eid- Fest zum Ende des Ramadan – präsentiert von den saalgärten und den Neuen Nachbarn Rudolstadt

Das Ramadanfest, auch Ramazan Bayram genannt, gehört zu einem von insgesamt zwei großen Festen im Islam. Es dauert insgesamt 4 Tage lang und findet unmittelbar nach dem Fastenmonat Ramadan statt, nachdem die Muslime 30 bzw. 29 Tage lang gefastet haben. Darum nennt man dieses Fest auch „Fest des Fastenbrechens“. An diesem Tag ist das Fasten nicht erlaubt. Alle sind herzlich eingeladen mit uns zu feiern!

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