Erfreulicher Besuch in Rudolstadt

Theaterwelten – Eröffnung durch ‚unsere‘ Theatergruppe

Liebe Leute,

seit Wochen übt ‚unsere‘ Theatergruppe fleißig jeden Freitag ab 16 Uhr im Club und drumherum. Nun wird es Ernst:

Sie werden das Theaterfestival in Rudolstadt eröffnen.

Aber lest selbst, in deutsch, arabisch, paschtu, dari & kurdisch –

Vielen Dank für die Übersetzungen!!!!

Theaterwelten-Festival_Einladung

Theater-arabisch

Theater paschtu

theaterwelten-dari

theater kurdisch

Ihr seid alle eigeladen, wir sehen uns 19:15 Uhr!

Wolle

 

 

Nachbarwelten – ein Theaterprojekt

Aufruf zum Mitmachen!

Ausstattung für ‚Winterbabylone‘ gesucht!

Liebe MitstreiterInnen bei den Neuen Nachbarn, in Rudolstadt & Umgebung, wir haben von der GU-Leitung gut geeignete Räume für unser „Winterquartier“ bekommen – herzlichen Dank vor allem an Katrin. und an Frau Maar. Das „Winterbabylone“ wird naturgemäß anders als unser schönes Sommercafe und auch größer. Jetzt muss es schnellstmöglich losgehen, denn der Winter steht vor […]

Thüringer Integrationspreis 2016 verliehen – mit spezieller Würdigung von Peter Leyh aus Rudolstadt

Bildquelle:  Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

 

Am vergangenen Donnerstag (17.11.) ehrte Frau Mirjam Kruppa, Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaates Thüringen einige Initiative, Projekte und Einzelpersonen stellvertretend für viele ehrenamtlichen tätige Menschen mit dem Thüringer Integrationspreis 2016.

Die Bedingungen vor Ort mögen unterschiedlich sein, im Engagement und den Ideen gleicht sich so vieles. Der erste Platz ging an das „Ilmenauer Flüchtlingsnetzwerk“. Es bietet zum Beispiel rechtliche Unterstützung an, betreibt ein Begegnungszentrum und organisiert Tauschbörse für Kleidung und Alltagsgegenstände. Derzeit werden rund 180 Flüchtlinge unterstützt, die in der Stadt untergebracht sind, sowie 60 weitere, die in Frauenwald, Großbreitenbach und Gehren wohnen. Das Netzwerk vereint circa 300 interessierte und aktive Unterstützende.
Unser herzlicher Glückwunsch nach Ilmenau und allen weiteren Preisträgern.

Voller Freude waren wir zu zu acht nach Erfurt gereist, weil dank Carla‘s Bewerbung auch unser Peter Leyh zu den besonderen Preisträgern gehörte. Mit seinen vielfältigen Bemühungen in der Patengruppe Rudolstadt hat er diese Würdigung absolut verdient. Aber natürlich steht auch er als Beispiel für die vielen Aktiven bei den Neuen Nachbarn Rudolstadt und im Landkreis. Gerade weil uns bürokratisches Handeln manchmal Steine in den Weg legt, ist solche Anerkennung Seelenbalsam und weiterer Ansporn.

Ein Training gegen die eigene Ratlosigkeit

Vielen von uns ist es schon so ergangen: ganz unvorbereitet hört man in der Öffentlichkeit Aussagen über Geflüchtete, die einem die Sprache verschlagen. Böswillige Behauptungen, bar jeden
Wahrheitsgehalts, stehen plötzlich im Raum. Soll ich darauf nun reagieren und wenn ja, wie?

Diese und ähnliche Erfahrungen hatten acht Teilnehmer zu einem Argumentationstraining gegen diskriminierende Äußerungen zusammengeführt, das am 12. November 2016 im Club stattfand. Melanie Pohner und Benjamin Heinrichs vom DGB Bildungswerk Thüringen gestalteten diesen Nachmittag sehr engagiert und kenntnisreich. Dabei wechselten sich Spielsituationen und Diskussionsrunden ab. Der Ablauf und die Analyse einer mehrfach durchgespielten Familienfeier mit völlig konträren Meinungen gingen allen Teilnehmern unter die Haut. Wie einfach war es doch, irgendwelche diskriminierenden Behauptungen in Umlauf zu bringen und wie schwierig war es auf der anderen Seite, in angemessener Weise darauf wirksam zu reagieren.

Sehr informativ war auch eine Einführung in die Rolle der sozialen Medien bei der Meinungsbildung gerade zum Thema Einwanderung und Umgang mit Geflüchteten. Auch hier ging es um die Frage, ob und wie man sich bei entsprechen Diskussionen bei Facebook, Twitter und Whatsapp einbringen sollte.

Ein paar Tipps aus dieser Runde sollen hier gern weitergegeben werden.

Die meisten Reaktionen sind besser als keine. Es wird bei Auseinandersetzungen oft Anwesende geben, bei denen ein Eintreten zugunsten diskriminierter Menschen zum Nachdenken führt, sie motiviert oder beeindruckt. Und das Aneignen eines Grundgerüstes an Fakten und Argumenten zu den aktuellen Themen kann auch nicht schaden.

von Reinhard Roesch

 

Preis für herausgehobenes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen

Am 14. September erreichten uns vom Flüchtlingsrat Thüringen e.V. folgende Zeilen:

„Liebe Initiative der Neuen Nachbarn Rudolstadt,

ich darf euch feierlich mitteilen, dass ihr unseren „Preis für herausgehobenes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen“* gewonnen habt! Herzlichen Glückwunsch!! Ihr erhaltet ein Preisgeld von 100€. Die Preisverleihung findet am 30.9., dem Tag des Flüchtlings, im Zusammenhang mit der Veranstaltung „Lost in Transition – Gefangen im Teufelskreis Vortrag und Diskussion“ im Radio F.R.E.I. statt. …“

Wir sind ein_e von drei Gewinner_innen, freuen uns über diese Wertschätzung und werden weiter berichten:-)!

*“Preis für herausgehobenes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen“: Um Menschen zu würdigen, die sich seit langer Zeit und/ oder in besonderem Maße für die Rechte von Flüchtlingen und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation in Thüringen einsetzen, lobt der Flüchtlingsrat jährlich einen „Preis für herausgehobenes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen“ aus. Diesen Preis können Menschen, Initiativen, Vereine u.a. erhalten, die sich ehrenamtlich engagieren, Zeit und oftmals auch Geld investieren, um manchmal „nur“ im Kleinen konkret zu helfen.

Flüchtlingen gelingen erste Schritte in die Arbeitswelt

Rudolstadt/ Landkreis. Viele Geflüchtete haben im Landkreis eine neue Heimat und neue Freunde gefunden, sind aber bis zur Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung mehr oder weniger zum „Nichtstun“ verurteilt. „Aber die Flüchtlinge wünschen, sich aktiv in die Gemeinschaft, in das soziale Leben und in die Arbeitswelt einzubringen“, erklärt Hans Walter, Sprecher der Initiative „Neue Nachbarn Rudolstadt“. Er nennt einige regionale Beispiele zur Integration, die Mut machen sollen:

So hat Peter Leyh, ehemaliger Inhaber einer eigenen Tischlerei in Rudolstadt, den gelernten Tischler Harith aus dem Irak unter seine speziellen „Fittiche“ genommen. Kennengelernt haben sie sich die beiden bei der Bestückung der Wohnung eines befreundeten „neuen Nachbarn“. Da war Peter aufgefallen, dass Harith bei allen handwerklich anfallenden Dingen immer schnell und sachgerecht reagiert hat. Es stellte sich dann heraus, dass er genau wie Peter Tischler ist. Seitdem gibt es fast eine tägliche Zusammenarbeit. Sie sind inzwischen ein eingespieltes Team und helfen allen, die Bedarfe haben. „Das Engagement von Harith ist vorbildlich.“ Und so wurde angeregt, dass Kontakt mit der Tischlerei Jahn in Bad Blankenburg aufgenommen wird, um Harith dort für ein Praktikum unterzubringen, eventuell parallel zum Integrationskurs, der vormittags stattfindet. Hierfür bekommen sie Unterstützung auch von Frau Fröbel als Mitarbeiterin des BTZ Rudolstadt.

„Wir wollen nicht nur rumhängen. Wir wollen was tun.“, sagt zum Beispiel auch Mahmound Al Nahwr, ein äußerst engagierter junger Syrer, der seinen Integrationskurs bereits erfolgreich absolviert hat. Seine mit viel Eigeninitiative angeeigneten Deutschkenntnisse sind sehr gut, urteilt Hans Walter. Mahmound hat in Syrien eine 8-jährige Schulbildung genossen, aber danach keine bestätigte Berufsausbildung vorzuweisen. Seit seinem 15. Lebensjahr hat er verschiedene praktische Tätigkeiten ausgeübt. Unter anderem ist er acht Jahre zur See gefahren und war dabei vertraut mit der Navigation großer Containerschiffe. Über ein Zeitarbeitsunternehmen liegt ihm zur Zeit ein Angebot für eine Tätigkeit bei einer Recyclingfirma vor. Obwohl die dortigen Aufgaben nicht seinen vorhandenen Kenntnissen und seinen Vorstellungen entsprechen, hat er die Gespräche fortgeführt. „Damit schaffe ich den Einstieg in die deutsche Arbeitswelt – oder es ergeben sich andere Möglichkeiten, die meinem Wunsch nach Tätigkeit oder Ausbildung im Bereich Schiffsbau / Werften entsprechen“ äußerte sich Mahmound gegenüber seinen Freunden im Arbeitskreis „Arbeit und Ausbildung“ innerhalb der Ehrenamtsinitiative „Neue Nachbarn Rudolstadt“.

Conny Höland, die „Hutträgerin“ des Arbeitskreises „Arbeit und Ausbildung“ sieht im Beispiel des jungen Syrer durch sein Auftreten, sein Engagement, seine Eigeninitiative und durch entsprechende Unterstützung einen Mut machenden Weg zur funktionierenden Integration. Mit Unterstützung der ehrenamtlich Aktiven der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ und Einbindung der IHK, der Arbeitsagentur, des Jobcenters und nicht zuletzt Carla Brückner vom BZ Saalfeld konnten weitere Flüchtlinge in die Arbeitswelt vermittelt werden.

Darunter auch der 43-jährige Syrer Khaled, der ab dem 05. September 2016 ein Praktikum bei dem Softwareunternehmen Berghof in Königsee beginnt. Sein Wunsch ist es, langfristig im IT-Bereich beruflich Fuß zu fassen.

Interessierte Arbeitgeber können sich umfassend informieren, etwa zu Möglichkeiten und Bedingungen eines Praktikums, das übrigens für eine Dauer bis zu drei Monaten vom Mindestlohn ausgenommen ist. Entsprechende Ansprechpartner stehen bei der Arbeitsagentur (Frau Kathrin Matz), beim Jobcenter (Herr Sven Fassmann), bei der IHK Gera (Frau Silke Raschke) oder bei der Handwerkskammer (Frau Fröbel) gerne zur Verfügung. Sehr gerne können sich interessierte potenzielle Arbeitgeber für erste Informationen und Vermittlung von für die jeweilige Aufgabe geeigneter Flüchtlinge an die ehrenamtlichen Aktiven der „Neuen Nachbarn Rudolstadt“ wenden: www.neue-nachbarn-rudolstadt oder per mail an info@neue-nachbarn-rudolstadt.de

 

Kindersitzgruppe für die Gemeinschaftsunterkunft

DANKE an die Sponsoren

Wie jedes Jahr, fand auch 2016 das Sommerfest in Cumbach statt. Die Organistoren haben beschlossen, mit dem Reinertrag aus dem Verkauf von Kuchen, Bratwürsten etc. eine gemeinnützige Einrichtung zu unterstützen. Die Wahl fiel auf die Ehrenamtsinitiative Neue Nachbarn Rudolstadt. Mit dem Erlös aus dem Cumbacher Sommerfest konnte ein – insbesondere von den Kindern in der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt – schon lange gehegter Wunsch realisiert werden: Die Aufstellung einer Kindersitzgruppe. Diese sehr schöne Sitzgruppe hat nun ihren Platz vor dem CLUB auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses in Rudolstadt gefunden und wurde von den Kindern bereits begeistert in Beschlag genommen.

Im Namen der Neuen Nachbarn und der Kinder bedanken wir uns sehr herzlich bei der evangelischen Kirchgemeinde Cumbach, bei der Fröbelschule in Cumbach und beim Kindergarten „Sputnik“.

Erfolgreiche Arbeitsmarktintegration

Eine Chance für beide Seiten

Aimal Nabizada ist seit Oktober 2015 in Deutschland. Der 28-jährige Afghane musste seine Heimat aufgrund der sich dort zunehmend verschärfenden Sicherheitslage verlassen. Nach einigen Zwischenstationen fand er in der Gemeinschaftsunterkunft in Rudolstadt neue Freunde und jetzt auch neue Perspektiven. Mit Unterstützung des Initiativkreises „Neue Nachbarn Rudolstadt“ konnte er jetzt im Architekturbüro Dr. Lindenmann in Rudolstadt hospitieren.

Aimal ist gelernter Bauingenieur und hat sich durch viel Eigeninitiative bereits gute Kenntnisse der deutschen Sprache angeeignet, was ihn zu einem wertvollen Mitarbeiter im Architekturbüro macht. „Wir machen Aimal fit für den Hochbau, nehmen ihn mit auf Baustellen und vermitteln ihm die in Deutschland herrschenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Seine Arbeitsmoral und seine Leistungen sind beispielhaft.“, so Dr. Rainer Lindemann.

Einer Festanstellung von Aimal steht seitens Dr. Lindenmann nichts im Wege. Allein das Genehmigungsverfahren bei der Ausländerbehörde läuft mittlerweile schon über 6 Wochen. Ein Bescheid liegt immer noch nicht vor. Hier wünschen sich die Beteiligten, dass rechtliche Möglichkeiten geschaffen werden, die neuen Mitbürger unserer Stadt und unseres Landes schneller und unkomplizierter die Arbeitsaufnahme zu ermöglichen.

Aimal möchte allen Menschen danken, die ihn bisher unterstützt und ihm geholfen haben, hier eine neue Heimat zu finden. „Ich möchte helfen und arbeiten – für Deutschland und für mich.“ Und Dr. Lindenmann ergänzt: „Eine Anstellung in meinem Büro ist für Aimal, aber auch für uns eine Chance…“ Auf solche Chancen warten viele weitere Geflüchtete.